Ein Servorahmen im Selbstbau

Bericht und Fotos: Frank Schwartz
Veröffentlicht in bauen & fliegen 2/2013
© 2013 Frank Schwartz, alle Rechte vorbehalten

Die Tragflächen von Segelflugmodellen sind in der Regel so dünn, dass ein stehender Einbau von Servos nicht möglich ist. Nur wenige Servos sind am Markt erhältlich, die für den liegenden Einbau vorbereitet sind. Die einfachste Methode ein Servo in der Tragfläche zu befestigen ist gleichzeitig auch die brutalste: einkleben! Wer das nicht will, muss auf käufliche Servo-Rahmen zurückgreifen. Diese gibt es aber nicht für alle Servo-Größen. Alternativ baut man sich den Servo-Rahmen selbst.

Ein Rahmen, gleich welcher Art, hat den gewaltigen Vorteil, dass man das Servo einfach aus- und einbauen oder bei einem Defekt tauschen kann. Die hier beschriebene Methode soll als Anregung für eigene Bauvorhaben dienen. Sie kann dann angewendet werden, wenn die Tragfläche dick genug ist um zusätzlich zur Breite des Servos auch noch zwei Sperrholz-Brettchen aufzunehmen, die insgesamt 2 bis 4 mm auftragen. Im folgenden Beispiel ist für den Einbau des Querruder-Servos genügend Platz um ein 15-Millimeter-Servo (robbe/Futaba S9071SB) auf einer Grundplatte von 2 mm Stärke und einen gleich dicken Deckel aufzunehmen. Dementsprechend ist für den Einbau der Störklappen-Servos mehr als genügend Platz, da ja das Profil in diesem Bereich allein schon wegen der größeren Profiltiefe auch dicker ist.

Im ersten Schritt säge ich eine Hartholzleiste zurecht. Diese ist so hoch, wie das Servo breit ist. Eher ein oder zwei Zehntel weniger wählen, dann klemmt das Servo später besser. Die Leiste sollte mindestens 3 mm breiter wie der Servo-Flansch sein. Dieses Maß ist jetzt nicht entscheidend, der Überstand wird später abgeschliffen und abgesägt.

In die Leiste wird nun, idealerweise auf einer kleinen Kreissäge, eine Nut gesägt. In diese Nut kommt später der Flansch des Servos. Beim Herstellen einer Nut auf der Kreissäge muss der Blattschutz abgenommen werden. Deshalb gilt äußerste Vorsicht beim Sägen.

Die Breite der Nut sollte möglichst exakt auf diesen Flansch angepasst werden.

Aus Sperrholz werden die Bodenplatte und der gleich große Deckel des Servo-Rahmens hergestellt. Beide sind einige Millimeter größer wie der endgültige Bedarf.

In zwei der vier Leisten wird nun passgenau eine weitere Nut eingearbeitet, durch die das Servokabel geführt werden kann. Diese Nut ist so breit, dass auch drei Servokabel hineinpassen.

Jetzt können die Leisten mit den beiden Bodenplatten verleimt werden. Ich benutze hier Weißleim. Die Servos sind während des Verklebens eingesetzt, so dass sie später auch exakt passen.

Je nach Einbauverhältnissen können nun auch an den noch offenen Seiten entsprechende Leisten eingeleimt werden. Der Deckel wird aufgesetzt ….

… und die Löcher für die Schrauben werden vorgebohrt. Beim Vorbohren ist darauf zu achten, dass das Loch so groß ist, dass die Schraube das Holz nicht sprengt. Je nach Holzart kann das vorbereitete Loch durchaus im Durchmesser nur 2 - 3 Zehntel Millimeter kleiner sein wie die Schraube. Am besten an einem Rest der Leiste austesten. Ich verwende Servo-Schrauben mit einem Durchmesser von 1,7 mm. Das hat einen Vorteil: Sollte einmal eine Schraube überdrehen, kann ich sie an dieser Stelle immer noch durch eine neue Schraube mit 2 mm Durchmesser ersetzen.

Auf dem Tellerschleifer wird nun eine Seite als Bezugsfläche plan geschliffen.

Dann geht es wieder auf die Kreissäge. Dort werden dann die anderen drei Seiten auf Maß gesägt. Die vorher plan geschliffene Seite dient dabei als Referenz. Die endgültigen Maße hängen vom jeweiligen Ausschnitt in der Tragfläche ab.

Die Kanten des Servorahmens werden gerundet bis er möglichst genau in den Ausschnitt passt.

In den Deckel der Rahmen für die Querruder-Servos muss noch der Schlitz für die Anlenkung eingearbeitet werden. Dies erfolgt mit der Laubsäge, einem kleinen Fräser oder mit dem Profilier-Gerät.

Vor dem Einkleben wird der Deckel wieder auf geschraubt. Eine dazwischen geklemmte Folie verhindert, dass der Deckel festklebt.

Eingeklebt wird der Servorahmen mit 5-min-Epoxy. Falls unter dem Rahmen „Luft“ ist, muss mit Balsastücken unterbaut werden. Ein Klotz sorgt dafür, dass die Oberfläche bündig wird.

Der Rahmen ist eingeklebt und das Servo zur Kraftprobe eingesetzt.

Der Rahmen für das Störklappen-Servo hat zwei Öffnungen für die Servo-Kabel. Unter dem Servo (im Bild oben) ist der blaue S.BUS-Verteiler zu sehen, an dem das Störklappen-Servo und das Verlängerungskabel zum Querruder-Servo eingesteckt sind.

Das Querruder-Servo und die Anlenkung zum Querruder sind fertig …

… und in der anderen Tragfläche ist der bereits mit Folie bespannte Deckel aufgeschraubt.