Shark von Multiplex

Bericht: Frank Schwartz
Fotos: Monika und Frank Schwartz
Veröffentlicht im Blog der experTEC 10/2014
© 2014 Frank Schwartz, alle Rechte vorbehalten

Das Multitalent - Der wandlungsfähige Shark von Multiplex

Ein Modell mit mehreren Einsatzarten? Mit dem Shark von Multiplex geht das. Ob Motorsegler, bodenstartfähiges Motormodell oder Wasserflugzeug, all das ist möglich mit einem einzigen Modell. Und der Umbau von einer auf die anderen Variante geschieht in Sekundenschnelle. Nicht genug damit, man kann auch entscheiden, ob man das Modell über zwei Achsen, also über Höhen- und Seitenruder oder zusätzlich mit Querruder steuern möchte.


Shark als Motorsegler, bereits mit Querrudern ausgerüstet. Noch mehr Bilder gibt es hier!

Ob das alles mit einem Modell und dann in jeder Variante mit guter Leistung umgesetzt werden kann, habe ich mir einmal angeschaut. Um es gleich einmal vorwegzunehmen: alle diese Varianten funktionieren hervorragend und jede für sich macht in ihrer Art Spaß. So gesehen ist der Shark das ideale immer-dabei-Modell, auch und vor allem im Urlaub. Mit seiner Größe, Spannweite 1.070 mm, ist es sehr handlich und passt sicher noch ins Urlaubsgepäck. Die Tragfläche ist zweigeteilt und ergibt zusammen mit dem 870 mm langen Rumpf ein kleines Packmaß. Erfreulicherweise ist auch das Pendel-Höhenleitwerk abnehmbar. Ein Klickverschluss ermöglicht das An- oder Abstecken im Handumdrehen. Das zerlegte Modell kann zum Transport in seine ursprüngliche Verpackung – ein Styropor-Teil mit entsprechenden Fächern – gelegt werden. So ist es ein handliches Paket und das Modell im Auto weitestgehend geschützt. Steuert man den Flieger mit dem Multiplex-Sender Smart SX, so passt auch dieser in den Styropor-„Karton“. Zudem ist auch Platz für die  Antriebs-Akkus und das Werkzeug. Werkzeug? Das einzige was zur Montage des Modells auf dem Fluggelände benötigt wird, ist ein Kreuzschlitz-Schraubendreher, und dieser liegt dem Modell bei.

Und da wären wir auch schon beim Lieferumfang. Das Modell ist in der RR-Version im Lieferzustand bereits fertig montiert, lackiert und mit dem Dekor versehen. Eingebaut ist ein PERMAX BL-O 2816-1450 als Antriebsmotor mit einer Luftschraube 5,5x4,5", ein Regler MULTIcont BL-12 SD, sowie zwei Servos MS-12015 für Höhen- und Seitenruder. In der RTF-Versi on sind im Kit zusätzlich enthalten: der Sender SMART-SX, ein Empfänger RX-5 M-LINK ID 9, ein Antriebs-Akku Li-BATT FX 3/1-950 (M6) und das Ladegerät MULTIcharger L-703 EQU. Das ist dann ein rundum-sorglos-Paket.

Bei Verwendung des Modells als Motorsegler empfiehlt es sich, die optional angebotene Landekufe zu verwenden. Es handelt sich dabei um eine Schutzabdeckung für den Rumpfboden, die unschöne Kratzer vermeidet, wie sie und unweigerlich nach einiger Zeit entstehen. Landekufe, Fahrwerk, Schwimmer und Querruder-Ausbausatz müssen zusätzlich erworben werden.

Zur Fertigstellung des Modells muss bei der RR-Version der Empfänger eingebaut werden. Ansonsten ist das Modell flugfertig. Also Akku laden und losfliegen. Hat man sich die Zubehöre Landekufe, Fahrwerk und/oder Schwimmer zugelegt, so ist auch hier kein weiterer Aufwand für die Montage dieser Teile notwendig. Sie werden bei Bedarf einfach angeklickt – und bei Nichtgebrauch durch einen einfachen Griff wieder entriegelt und entfernt. Die Rumpfunterseite hat dazu einen Schlitz, in den der Fahrwerksdraht, bzw. ein Bügel des Schwimmers hineingesteckt wird. Ein einfacher Mechanismus im Innern des Rumpfes klemmt das jeweilige Anbauteil.

In der Variante Motorsegler ist Handstart sehr einfach. Der gut dimensionierte Antrieb sorgt dafür, dass das Modell sofort kräftig wegzieht. Dabei ist es nicht einmal notwendig, Vollgas zu geben. Etwa dreiviertel Gas reicht vollständig aus. Der Antrieb ist kräftig aber nicht überdimensioniert. Er hat genügend Reserven für einen guten Steigflug, das Modell aus einer Notsituation herauszuziehen oder auch, mit dem optional angebauten Zubehör zu fliegen. Für das Antriebskonzept mit Druckmotor ist die Lautstärke durchaus akzeptabel. In der Tat ist es so, dass die vom Hersteller angegebene Flugzeit von zehn Minuten pro Akkuladung tatsächlich erreicht wird. Zur Erinnerung: eingesetzt wird ein LiPo-Akku 3s mit 950 mAh; also eine recht kleine und preislich interessante Akkugröße. Davon kann man sich gut zwei oder drei leisten, für endloses Flugvergnügen.

Der in der Montageanleitung angegebene Schwerpunkt passt. Ich habe ihn aber noch etwas nach vorne gelegt, so dass das Modell noch etwas ruhiger fliegt. Den Antriebsakku habe ich in seinem vorgesehenen Schacht ganz nach vorne geschoben. Die in der Anleitung vorgegebenen Ruderausschläge, die im Übrigen auch bereits vor-eingestellt sind, passen sehr gut. Mit dem – gefühlt – kleinen Ruderausschlag auf dem Seitenruder reagiert das Modell perfekt. Für den fortgeschrittenen Piloten empfiehlt es sich, die Querruder-Servos nachzurüsten. Der nachträgliche Einbau geht sehr einfach innerhalb von wenigen Minuten. Mit Querruder ist das Modell deutlich agiler und lässt sich präziser steuern. Kunstflugfiguren, die ein Rollen des Modells erfordern, sind nun ebenfalls möglich. So macht der Shark letztlich noch mehr Spaß.


Mit dem Fahrwerk macht er auch eine gute Figur.

Hat man eine kurz gemähte Rasenpiste oder sogar eine Asphaltbahn zur Verfügung, gelingen Bodenstarts mit dem angeklickten Fahrwerk problemlos. Durch die weit vorne liegenden Räder hält das Modell sehr gut Spur. Selbst auf Rasen hebt das Modell nach etwa 10 m ab.


Die Schwimmer verändern die Flugeigenschaften nur gering.

Besonders neugierig war ich darauf, wie sich das Modell mit Schwimmern im Wasser verhält. Absolut easy. Bei langsamer Fahrt ist es etwas träge um die Kurve zu bewegen. Hier hilft eine höhere Geschwindigkeit – natürlich nicht so hoch dass es abhebt – oder kurze Gasstöße, um das Modell etwas schneller in die gewünschte Richtung zu bringen. Wird es gegen den Wind mit Vollgas beschleunigt, bleibt es sehr gut in Richtung und zeigt keine Tendenzen zum Ausbrechen. Auch auf dem Wasser ist die Beschleunigung dank des kräftigen Antriebs sehr gut und der Shark hebt nach etwa 20, 30 m ab. In der Luft merkt man schon, dass man das Modell durch die Schwimmer verändert hat. Das Steuerverhalten ist ein wenig träger, aber nicht kritisch. Mit Schwimmern macht mir sowieso das Starten und Landen mehr Spaß als das Fliegen an sich. Und wenn es denn auch wieder einmal einen Winter mit Schnee gibt, so kann man das Modell mit den Schwimmern auch dann sehr gut einsetzen.

Für wen ist das Modell geeignet? Ich halte den Shark als Motorsegler und mit Steuerung über zwei und drei Achsen durchaus für die Einsteigerschulung im Lehrer/Schüler-Betrieb geeignet. Für das autodidaktische Erlernen des Modellfliegens ist das Modell etwas zu agil und der Gleitwinkel zu gut. Jedoch ab dem Moment, wo man keinen Lehrer/Schüler-Betrieb mehr benötigt, passt der Shark. Er passt auch deshalb, weil er durch die Möglichkeit der Aufrüstung auf Querruder, Fahrwerk usw. mit den Fähigkeiten mitwachsen kann. Für den fortgeschrittenen Modellflug-Piloten ist er ein Spaßflieger für viele Gelegenheiten – und für den Urlaub. Durch seine blitzschnelle Wandlungsfähigkeit ist es ein Modell mit hohem „Spielwert“, das deshalb so schnell nicht langweilig wird. Multiplex führt im Zubehör des Shark auch das Beleuchtungsset an, so dass Nachtflug möglich ist. Und ein Halter für eine kleine Filmkamera, die man anstatt der Kabinenhaube aufsetzt, ist schnell selbst gebastelt.


Der Shark fühlt sich auch wohl zu Land …


… und zu Wasser.


So verpackt wird der Shark geliefert und kann später auch so transportiert werden.


Von links: Motorsegler, Motorsegler mit Landekufe, Fahrwerk und Schwimmer.


Das optionale Ausbauset für die Anlenkung der Querruder.


Der nachträgliche Einbau der Querruder-Anlenkung ist eine Sache von wenigen Minuten.


Eine 4-Kanal-Anlage reicht zur Steuerung des Modells.


Eine zentrale Schraube arretiert und befestigt die Tragflächen.


Das Pendel-Leitwerk wird ohne Werkzeug gesteckt und arretiert.


So wird das optional erhältliche Fahrwerk geliefert.


Auch der optionale Schwimmer wird einsatzfertig geliefert.

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