Heron Slope Comp 2015

01.12.2015 10:47

Nach Markteinführung des Elektrosegler Heron dauerte es noch bis Mitte des Jahres bis bei den Veranstaltungen der Erlebniswelt Segelfliegen genügend Modellflieger mit dem neuen Heron ausgestattet waren. Aber dann ging es in Gerlos/Zillertal, Damüls und auf dem Hahnenmoos mit ganz viel Spaß richtig zur Sache.


Start in Damüls.

Die Flugaufgabe ist einfach: Nach einem Handstart gilt es 10 Minuten ohne Unterstützung durch den Motor in der Luft zu bleiben. Sind nach 10 Minuten noch mehrere Modelle in der Luft, entscheidet die Landewertung. Wer dem Landepunkt am nächsten kommt, gewinnt.
Die Teilnehmer waren überrascht wie lange doch 10 Minuten sein können, gefühlt eine Ewigkeit. Der Heron ist für diese Flugaufgabe wie geschaffen. Mit seinen hervorragenden Thermikeigenschaften können auch schwache Bärte ausgekurbelt oder leichte Hangaufwinde mitgenommen werden. Der Vierklappenflügel mit der Möglichkeit beim Landen die Butterfly-Stellung einzusetzen, macht punktgenaues Landen wirklich leicht, auch im alpinen Gelände.
Die Teilnehmer hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Heron Slope Comp 2015, wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist.

Auftakt in Gerlos
Der erste Wettbewerb wurde in Gerlos/Zillertal durchgeführt. Bei bestem Wetter und einer Startstelle in rund 2.000 m Höhe mit herrlichem Blick auf die Zillertaler Alpen sollte einem spannenden Wettbewerb nichts im Wege stehen. Schon am frühen Vormittag strömt aus dem Pinzgau warme Luft nach oben. Um die Bedingungen nicht zu leicht zu machen, wird schon frühzeitig gestartet. Nach einigen Testflügen hat jeder Teilnehmer seine Strategie entwickelt. Mit Schwung werden die Modelle abgeworfen und nach wenigen Metern segeln sie im Aufwind. Aber die Natur ist unberechenbar und so war es auch hier. Dazu kommt noch die Nervosität der Piloten. Vorher wurde noch feinfühlig in der Thermik gekreist und jetzt klappt’s einfach nicht. Der Segler sinkt unter Augenhöhe ab, der Pilot wird unruhig und schaltet den Motor ein. Schon ausgeschieden. Das war eigentlich im Vorfeld der Favorit. Unteressen kreist Martin Prüfer ganz ruhig Kurve für Kurve in der Thermik. Alle anderen Mitstreiter schalten nach und nach den Motor ein. Er kann sich bis zum Ende des Zeitrahmens von 10 Minuten halten und gewinnt somit den ersten Heron Slope Comp. Martin Kromer wird zweiter, Florian Ristau dritter. Alle Teilnehmer sind sich einig, das waren die spannendsten 10 Minuten des ganzen Tages. Es ist erstaunlich, dass ein Wettbewerb mit so einem einfachen Regelwerk so viel Spaß machen kann.


Nach einem spannenden Kampf gewann Martin Prüfer (Mitte).

Zwei Wettbewerbe in Damüls
In Damüls steht der Erlebniswelt Segelfliegen ein ganz exklusives Gelände zur Verfügung, das nur mit einer Sondergenehmigung benutzt werden darf. Die Startstelle ist nach Süden ausgerichtet und wird daher schon am Vormittag von der Sonne beschienen. Die Landefläche fällt für ein alpines Gelände großräumig aus und ermöglicht somit sicheres Landen. Auch hier soll die Flugaufgabe nicht zu leicht gemacht werden, deshalb starten wir schon am Vormittag. Die Problematik für die Teilnehmer besteht darin, dass sich die Thermik zu diesem Zeitpunkt weit draußen im Tal entwickelt, d.h. das Modell verliert nach dem Start zunächst an Höhe. Wer dann nicht gleich einen entsprechenden Bart findet, dessen Modell sinkt weiter ab und dann sind gute Nerven gefragt.
Wir haben wieder strahlenden Sonnenschein, also beste Bedingungen und das bei beiden Terminen. Der überragende Sieger beim ersten Wettbewerb ist Hans-Peter Wagner. Nach Ablauf der 10 Minuten sind noch drei Modelle in der Luft. Hans-Peter setzt seinen Heron nur wenige Zentimeter vom Landepunkt entfernt auf. Eine Meisterleistung. Zweiter wird Carsten Wetzel der durch Nervenstärke überzeugte. Dritter Roland Bauer, ebenfalls ein sehr guter Pilot, der allerdings beim Landeanflug etwas Pech hatte. Eine kleine Windböe lupfte das Modell kurz vor dem Landepunkt nochmals in die Höhe.


Am nächsten an den Landepunkt kam Hans-Peter Wagner, er gewann somit den 1. von zwei Wettbewerben in Damüls.


Die strahlenden Sieger in Damüls v.l.n.r.: Roland Bauer, Hans-Peter Wagner und Carsten Wetzel.

Beim zweiten Wettbewerb war es zum Start-Zeitpunkt noch nicht möglich, die Thermik im Tal draußen zu erreichen. Wir sind deshalb mit Motorkraft gestartet. Nach 15 Sekunden musste der Motor ausgeschaltet werden. Das klappt natürlich nicht so präzise, einige hatten den Motor sicherlich noch ein oder zwei Sekunden lang an oder manche schalteten beim Start zu spät ein. Aber der Spaß steht hier an erster Stelle. Trotz der Elektrothermik war es schwierig oben zu bleiben. 10 Minuten strecken sich. Hier konnte sich Roland Bauer mit seiner Routine behaupten und er folg unangefochten die Zeit von 10 Minuten aus. Alle anderen Piloten mussten schon vorher landen oder den Motor einschalten. Zweiter wurde Joachim Hipp, der schon seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Thermikflieger ist und das auch immer mit „Schaumwaffeln“ von Multiplex zelebriert. Wenn er startet, dann gibt das immer einen Flug mindestens von einer Stunde. Dritter wurde Mario Arloth, der im alpinen Fliegen noch ein Neuling ist aber schon sehr gut fliegt und mit den Verhältnissen im Gebirge gut zurecht kommt.


Beim zweiten Wettbewerb in Damüls gewann Roland Bauer, den wir schon als Dritten vom 1. Wettbewerb kennen. 2. Joachim Hipp, links und Mario Arloth rechts.

Saisonsabschluß auf dem Hahnenmoos/Schweiz
Auf dem Hahnenmoos trifft sich mittlerweile schon eine „eingeschworene Gesellschaft“ zum Saisonsabschluß. Ein Höhepunkt war der Heron Slope Comp in rund 2.000 m Höhe auf dem Hahnenmoos-Pass. Das Fluggelände liegt gleich in unmittelbarer Nähe des Hotels. Am Wettbewerbstag verhüllten zunächst Nebelschwaden die herrliche Landschaft. Ganz Mutige unternahmen schon Testflüge. Sie hatten dabei nicht bedacht, dass ein Modell im Nebel plötzlich verschwinden kann. Aber sie hatten Glück und die Modelle sind wieder aufgetaucht. Kurz vor Mittag war endlich freie Sicht und der Heron-Wettbewerb konnte losgehen. Entscheidend an diesem Tag war, dass man am richtigen Ort kreiste. Die Bärte waren sehr kleinräumig und mussten schnelle gefunden werden. Manchmal machten kräftige Abwindfelder den Piloten sehr zu schaffen. Aber das wurde vorher in vielen Testflügen ausgiebig ausprobiert. Jeder hatte seine eigene Strategie und hoffte damit auch zu gewinnen. Drei, zwei, eins, Start. Beinahe wären zwei Modelle beim Start zusammengestoßen. Das ist das Wettkampfieber. Jochen Hermes ist schon die Tage vorher sehr viel mit seinem Heron geflogen und war somit wirklich gut mit dem Modell vertraut. Das hat sich ausgezahlt. Mit großer Sicherheit steuerte er einen Bart an, kreiste perfekt, gewann an Höhe und konnte seine Heron problemlos 10 Minuten in der Luft halten. Zweiter wurde Frank Kraus der mit einem geliehenen Heron eine sehr gute Leistung hinlegte. Frank’s Leidenschaft gehört den Nurflügeln und den kleinen Holzmodellen. Dritter und das war erstaunlich wurde Alpenflieger Anfänger Serafino Statti. Serafino, ob wohl er aus der Schweiz kommt, war bis dahin mit dem Fliegen im alpinen Gelände noch nicht sehr vertraut, hat aber in den Tagen auf dem Hahnenmoos sehr viel dazugelernt und das dann auch mit dem dritten Platz bewiesen.


Jochen Hermes gewann den Wettbewerb auf dem Hahnenmoos. Jochen ist sehr viel mit dem Heron in dieser Saison geflogen und konnte die gewonnene Routine hier oben voll umsetzen und gewinnen.


Neben den Sachpreisen war bei den Teilnehmern die sehr kreativ gestaltete Siegertafel gefragt.