Sebastian Feigl ist Deutscher Meister F5J

16.09.2015 12:45

In einem äußerst spannenden FlyOff setzte sich Sebastian gegen die starke Konkurrenz durch und errang auf der 4. Deutschen Meisterschaft in der Klasse F5J den Titel des Deutschen Meisters. Herzlichen Glückwunsch!

Deutscher Meister 2015 F5J: Sebastian Feigl

Die Wettbewerbsklasse F5J erfreut sich immer größerer Beliebtheit. So waren auf der diesjährigen DM in Weilheim/Obb. 64 Piloten am Start. Die Zahl der dezentralen Wettbewerbe steigt beständig. Für das Jahr 2016 sind weitere, zusätzliche Veranstaltungsorte in Planung. Beim DMFV gibt es weitere Infos.
Was ist die Aufgabe? F5J steht für Thermik-Segelflugmodelle mit Elektromotor. In einer Rahmenzeit von 10 Minuten ist ein möglichst langer Flug zu absolvieren. Dabei spielt für die Wertung keine Rolle, ob der Motor an oder aus ist. Für jede Flugsekunde gibt es einen Punkt. Allerdings ist die Motorlaufzeit auf maximal 30 Sekunden begrenzt. Der Pilot kann auch früher ausschalten. Ein im Modell eingebauter Logger (Atlis4 von aer-o-tec oder UniLog2 von SM-Modellbau) sorgt dafür, dass der Motor nach spätestens 30 Sekunden abgeschaltet wird und während des Fluges nicht wieder eingeschaltet werden kann. Außerdem misst und speichert der Logger die maximale Höhe, die das Modell während der Motorlaufzeit und bis 10 Sekunden nach Motor-aus erreicht hat. Diese Höhe fließt negativ in das Punkte-Ergebnis ein. Bis zu einer Höhe von 200 m kommt ein halber Punkt und ab 200 m kommen drei Punkte je Meter Höhe in Abzug. Der Flug endet mit einer Ziellandung auf einen Punkt. In einem Kreis-Durchmesser von 2 m gibt es 50 Punkte, je weitere 2 m im Durchmesser reduziert sich die Punktzahl jeweils um 5 Punkte.


Startszene im FlyOff der Deutschen Meisterschaft F5J 2015

Geflogen wird gruppenbezogen. Das heißt, mehrere Piloten (meist sind es acht) starten gleichzeitig. Derjenige mit dem besten Ergebnis der Gruppe erhält 1.000 Promille-Punkte. Die Ergebnisse der andern Piloten der Gruppe werden dazu ins Verhältnis gesetzt. So ist das ‚Wetterglück‘ weitestgehend ausgeschlossen. Denn am frühen Morgen, bei noch ruhiger Luft kann der Beste der Gruppe sogar mit einem 3-Minuten-Flug die volle Punktzahl erreichen, wie auch mittags bei guter Thermik ein Flug mit 9 Minuten und 58 Sekunden die volle Punktzahl bringen kann.


Deutsche Meister unter sich: Sebastian Feigl (links) und Dieter Rybold, Deutscher Meister 2015 in der Klasse F3J. Dieter fliegt in F3J den Explorer als Segler.

Die Aufgabenstellung von F5J und die gruppenbezogene Wertung eröffnen ein weites Feld an taktischen Möglichkeiten. Schaltet man den Motor in niederer Höhe aus oder erst weiter oben? Fliegt man zuerst in niederer Höhe eine weite Strecke oder bleibt man in der Nähe? Fliegt man dahin wo die anderen sind oder an eine andere Stelle? Fliegt man bewusst einem guten Piloten in der Gruppe nach? Hilfreich bei den Entscheidungen ist ein guter Helfer, der das gesamte Geschehen während des Fluges im Auge behält und dem Piloten entsprechende Tipps gibt.


Ein ideales und vor allem sehr preiswertes Einstiegs-Modell in die Klasse F5J ist der Introduction F5J.

Und noch etwas ist wichtig zu wissen über F5J: Mitfliegen kann man mit jedem Elektro-Segler! Bei den dezentralen Wettbewerben ist deshalb die Modellpallette meist sehr gemischt. Selbst auf der Deutschen Meisterschaft flog ein Pilot mit einem EasyGlider und einige Introduction F5J vom Himmlischen Höllein waren zu sehen. Klar, wer auf einer DM ins FlyOff oder gar auf’s Treppchen möchte, kommt um ein spezielles Voll-GFK/CFK-Modell nicht herum. Dieses hat typischerweise eine Spannweit von 3,6 - 3,8 m. Das Gewicht sollte eigentlich nicht mehr als 2 kg betragen, besser so um 1.700 g. Bei entsprechenden Wetterlagen werden auch schon mal Spezial-Ausführungen der Modelle um 1.300 g eingesetzt – mit 3,6 m Spannweite und Voll-GFK/CFK wohlgemerkt.
Bei den High-End F5J-Modelle dominieren der Xplorer von  Cumulus (das Modell des Deutschen Meisters), der Satori von aer-o-tec und der Pike Perfection von Samba-Model. Ein häufig eingesetzter Motor ist der Schambeck Powerline 1025. Die LiPo-Akkus haben Kapazitäten zwischen 800 und 1.250 mAh, in der Regel 3s, für die besonders leichten Modelle auch 2s. Eine extreme Steigleistung der Modelle ist nicht erforderlich, Steigwerte im Bereich von 8 - 13 m/s sind durchaus ausreichend.
Die Wettbewerbsklasse F5J erfordert ansonsten kein aufwendiges Equipment. Auch kann man ganz alleine für sich trainieren, ja sogar allein auf einen Wettbewerb fahren. Ein Helfer findet sich dort immer. Logisch, dass es effektiver ist und mehr Spaß macht, wenn sich eine kleine Gruppe gleichgesinnter zusammenschließt. – Wir sehen uns auf einem F5J-Wettbewerb 2016 !!??


Frank Schwartz mit seinem Satori