Einsteigen bei 30 - Xplorer 2 F5J von Cumulus

© 20. Mai 2017 - Frank Schwartz, alle Rechte vorbehalten
veröffentlicht in FMT - Flugmodell und Technik 06.2017


Beim Auskurbeln von Thermik in Bodennähe unterstützt der Xplorer mit seiner präzisen Steuerfolgsamkeit.

Was für ein Genuss! Man spürt förmlich am Senderknüppel, mit welcher Leichtigkeit sich das Modell durch die Luft bewegt. Die Steuerkommandos werden prompt und präzise umgesetzt. Das Modell ist leicht, sehr leicht für 3,8 m Spannweite. Der Xplorer 2 F5J gehört in die Kategorie „jetzt liegt es nur noch am Pilot …“.
Was will man eigentlich auch anderes erwarten, bei einem Voll-CFK/GFK-Modell, das auf eine langjährige Entwicklung aufbauen kann. Den Ursprung hat der Xplorer als F3J-Modell, also als Segler ohne Antrieb und speziell für diese Wettbewerbsklasse konstruiert. Mehrere Modellvarianten wurden von der Firma NAN entwickelt und an den Markt gebracht. Vertrieben wurden und werden sie in Deutschland von der Firma Cumulus in München.

Festigkeit satt
F3J-Wettbewerbsmodelle, also die antriebslosen Segler, unterliegen beim „Bullen“-Start der wahrscheinlich höchsten Belastung, die ein RC-Segelflugmodell aushalten muss (mal abgesehen vom Dynamic Soaring). Und dann ist da noch die bei F3J übliche Stecklandung auszuhalten. Entsprechend fest müssen Holm, Schale und Rumpf gebaut werden. Umso erstaunlicher ist, wie leicht diese Segelflugmodelle mit Spannweiten zwischen 3,4 und 4 m sind. Festigkeit bedeutet immer auch Gewicht. Und von diesem Gewicht kann man für die Elektro-Version des Xplorer einiges wegnehmen, da die hohe Belastung bei Start und Landung entfällt. Das Ergebnis ist ein – trotz Elektro-Antrieb – mindestens ebenso leichter E-Segler wie es die Segler-Varianten sind. Einschränkungen bezüglich der Festigkeit beim Fliegen muss man absolut keine befürchten. Das Modell hält Rollen, Loopings, steile Abstiege usw. aus. Also keine Angst, der Xplorer F5J ist kein rohes Ei – jedenfalls nicht in der Luft.
Beim Handling, also dem Transport und beim Zusammenbau, sollte man nicht allzu grobschlächtig zupacken. Ein geringes Fluggewicht kommt nicht von ungefähr. Eine Möglichkeit für eine sichere Lagerung beim Transport sollte man für das wertvolle Modell unbedingt einplanen.

Was bekommt man für sein Geld?
Die Tragfläche ist dreiteilig. Das Mittelteil hat 143 cm Länge in der Spannweite, die beiden Außenflügel jeweils 120 cm. Alle Ruderklappen sind betriebsfertig und mit Dichtlippen versehen, so dass beim Ausschlag kein Spalt entsteht. Gewinde für Augenschrauben sind in den Ruderklappen bereits einlaminiert. Die Servoschächte sind ausgeschnitten. Abdeckungen mit kleinen Hutzen liegen bei. Diese müssen nach Montage der Servos passend zugeschnitten werden.
Die Flügelsteckung ist ebenfalls fertig. Die beiden je 10 g leichten Verbinder passen ohne Nacharbeit. Das gleiche gilt für die Verdrehbolzen und die zugehörigen Löcher. Auch für die Verbindung mit dem Rumpf ist alles passgenau fertiggestellt. Die beigelegten Kreuzschlitz-Senkkopfschrauben habe ich allerdings gegen solche mit Inbus ausgetauscht. Das ist mir auf Dauer sympathischer.
Die Flügeloberseite ist weiß eingefärbt, um vor zu starker Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung zu schützen. An den Tragflächenenden ist eine Farbe aufgebracht. Hier kann man zwischen Gelb, Grün und Orange wählen. Die Unterseite hat einen breiten, weißen Blockstreifen und ist ansonsten in Sichtcarbon ausgeführt.


Die Steckungen sind fertig und passen ohne Nacharbeit.

Der Rumpf ist lang
Genau sind es 1.637 mm, mit Spinner. Aber da die Leitwerke einfach zu demontieren sind, gibt es dennoch kein Transportproblem. Und eigentlich ist der Rumpf ganz fertig. Eigentlich. Die 2-mm-CFK-Schubrohre laufen in Außenhüllen. Hinten sind sie mit einem 90 Grad gewinkelten Draht abgeschlossen, der vordere Anschluss ist noch herzustellen. Die Leitwerksmontage mit Verriegelung ist ebenso fertig. Die Gewindehülsen für die Tragflächenbefestigung sind passgenau eingeharzt. Der Rumpfdeckel kommt fertig zugeschnitten in der gleichen Farbe wie die Tragflächenmarkierung gewählt wurde. Ansonsten ist der komplette Rumpf in Sichtcarbon ausgeführt. Der heizt sich deshalb in der Sonne gut auf und braucht Schatten.
Der Motorspant liegt bei. Wobei von einem „Spant“ kann man hier eigentlich nicht sprechen. Der Motorspant des Xplorers hat zusätzlich einen Konus und einen Flansch. Der Konus passt exakt in die bereits passgenau auf 30 mm Durchmesser abgesägte Rumpfspitze. Der Flansch dient als Anschlag für eine perfekte Positionierung. Das ist eine geniale Lösung.

Leitwerke, eine Schau
Die profilierten Leitwerke sind sehr dünn und sehr leicht. Das Seitenleitwerk wird in der gleichen Farbe geliefert, wie man die Tragflächenmarkierung wählt. Das Höhenleitwerk ist oben weiß eingefärbt und auf der Unterseite in Sichtcarbon. An beiden gedämpften Leitwerken muss man nichts mehr machen – selbst die Ruderhörner sind passgenau eingeklebt. Das Horn im Höhenruder steht etwas schief, aber das ist kein Baufehler, das muss so sein.
Absolut begeistert mich, wie die Leitwerke – werkzeugfrei – montiert werden. Zuerst stellt man den unten am Rumpf angebrachten Riegel quer. Dann fädelt man den gewinkelten Draht in das Ruderhorn des Höhenruders. Das Höhenruder wird nun über die Löcher im Rumpf positioniert und die beiden dicken Bolzen des Seitenleitwerks ein- und durchgeführt. Der ebenfalls gewinkelte Draht für die Seitenruder-Anlenkung, wie auch der Stift für das Seitenruder-Gegenlager, fädeln sich oft von selbst ein. Zum Schluss noch den Riegel wieder in die Geschlossen-Position drehen – fertig. Das ist alles werkseitig fertig gestellt und ebenfalls eine geniale Lösung.

Die Bolzen des Seitenleitwerks (grün) werden durch die Löcher im Höhenleitwerk und im Rumpf gesteckt (linkes Bild). Der Riegel am Rumpf ist offen (Mitte) und geschlossen (rechts). Eine zusätzliche Sicherung mit Tesafilm dient nur der Beruhigung des Piloten.

Zubehör
Kleinteile wie Augenschrauben, Gabelköpfe, Gewindestangen, Sub-D-Stecker und –Buchse vervollständigen den Lieferumfang. Eine Bauanleitung fehlt gänzlich. Die Einstellwerte für die Ruderklappen kann man sich auf der Seite des Herstellers (www.nanmodels.com) herunterladen. Kabel und weitere Steckverbindungen muss man sich gesondert besorgen.


Etwas Zubehör wird mitgeliefert, aber keine Bau- oder Montageanleitung.

Flügel-Ausbau
Was leicht ist, soll auch leicht bleiben. Deshalb sollte man bei der Wahl der Komponenten sorgfältig vorgehen. Es wäre auch nicht richtig, an den Komponenten zu sparen. Und was leicht ist, und dennoch verlässlich funktioniert, hat halt seinen Preis.
Das gilt natürlich besonders für die Servos. Hier bietet sich eine HV-Bestückung an. Ich habe mich bei den Querrudern für die MKS HV6110 entschieden. Servorahmen mit Gegenlager mussten aber sein. Die beiden Rahmen bringen zusammen – nur – 7,2 g Mehrgewicht, geben aber ein gutes Gefühl.
Auf den Wölbklappen kann man diese Servos ebenfalls verwenden, wenn man bei der Landung die Klappen immer(!) einfährt. Ich habe mich hier aus Gründen der Stabilität für zwei Futaba S3150 entschieden. Diese Servos kann man auch mit HV betreiben! Sie sind größer und kräftiger, mit 23 g aber auch 13 g schwerer. Zwei Rahmen mit Gegenlager sollten es auf den Klappen schon sein, bringen dann auch 15,2 g auf die Waage. Also sind es bei Verwendung der Futaba-Servos insgesamt 34 g Mehrgewicht gegenüber den MKS-Servos. Die passenden Rahmen gibt es übrigens beim Himmlischen Höllein.
Es braucht nicht viel 2-K-Kleber, um die Servorahmen an ihrer Position zu fixieren. Ich klebe die Rahmen zusammen mit dem Servo ein. Dabei nehme ich in Kauf, dass auch ein wenig Klebstoff an das Servo kommt. Das gibt zusätzlichen Halt. Das Servo lässt sich dennoch relativ leicht wieder herausnehmen, wenn man bei der Klebstoffmenge nicht übertrieben hat.
Die einfachste und herstellerseitig vorbereitet Möglichkeit ist die Über-Kreuz-Anlenkung. Diese habe ich umgesetzt. Auch RDS und LDS sind möglich. Beim Einbau von Servos und Anlenkung habe ich mir etwas Zeit gelassen und verschiedene Hebelstellungen am Servo ausprobiert. Die Gabelköpfe wurden an der Innenseite auch etwas ausgefräst. So ist es mir gelungen, auf der Flächenunterseite mit kurzen Servohebeln und einem Deckel ohne Hutze über dem Servoschacht auszukommen.


Für die Wölbklappen- (links im Bild) und Querruderservos (rechts im Bild) habe ich Servorahmen mit Gegenlager eingesetzt. Bezug: Höllein (linkes Bild). Für die Wölbklappen habe ich das Gestänge durch solches mit 2,5 mm ersetzt. Die Kunststoffgabelköpfe mit Stift lassen sich am Ruder viel einfacher montieren (Bild rechts)


Bevor ich etwas anzeichne, klebe ich zur Vermeidung von dauerhaften Markierungen Klettband an die entsprechende Stelle (Bild links). Gabelkopf nach vorne geklappt und abzeichnen. Wieder zurückgeklappt: jetzt weiß ich, wo ich fräsen muss (Bild rechts).


Das heißt nur, dass die Tragfläche den harten F3J-Bullen-Hochstart vermutlich nicht aushält, den seglertypischen Flugbetrieb inklusive Loopings etc. aber schon.

Der Antrieb
In den Konus am Motorspant passen Motoren oder Getriebe bis 26 mm Durchmesser am Lagerschild gut. Also zum Beispiel F5J-Motoren von Schambeck, Kontronik oder solche mit Maxon-Getriebe wie Plettenberg und Poly-Tec. Doch auf das Gewicht sollte man achten. Der Treibling sollte zwischen 100 g und etwa 120 g wiegen. Dann passt am Ende der Schwerpunkt gut.
Der Regler YGE 60 A 7,4 V BEC ist leicht und vor allem flach. Deshalb passt er gut ins Modell. Das Entfernen von drei Kabeln für den Motor-Anschluss, des nicht benötigten Sensor-Kabels und kürzen des Kabels zum Empfänger brachte eine Gewichtsersparnis von 17,3 g. Der Regler wog dann 29 g. Die etwas gekürzten Motorkabel habe ich direkt auf den Regler gelötet, der dann etwa 3 cm hinter dem Motor liegt. Jetzt sollte man prüfen, ob die Drehrichtung des Motors richtig ist! Ist man in Besitz der YGE-Programmierkarte, kann man auch später die Drehrichtung ändern.
Die Befestigungslöcher im Spant bohren, Motor an den Spant schrauben, Motor mit Regler von vorne in den Rumpf schieben, Konus mit Epoxy-Kleber mit dem Rumpf verkleben, fertig.


Rumpf und Motor-„spant“ werden passgenau geliefert (Bild links). So wird die fertige Einheit aus Spant, Motor und Regler von vorne in den Rumpf geschoben und verleimt. Passt ohne aufwändiges Ausrichten (Bild rechts).


Die komplette Antriebseinheit bringt  gerade mal 250 g auf die Waage. Der Motor ist direkt am Regler angelötet.

Zwei Servos im Rumpf
Auch hier habe ich die MKS HV6110 verwendet. Cumulus bietet dazu passend ein Servobrett an. Dieses besteht aus zwei gefrästen und miteinander verschraubten Brettchen. Das untere wird mit dem Rumpf verleimt, im oberen Brettchen sind die Servos befestigt. Will man später einmal den Motor ausbauen, entfernt man das obere Servo-Brettchen und im unteren Brettchen die Querstege.
Bei dieser Anordnung – Regler unten, Servos oben und Empfänger dazwischen – passt der Rex 7von Jeti, der Futaba R7008SB knapp, von Multiplex keiner. Andere Empfänger konnte ich nicht ausprobieren. Aber andere Anordnungen von Regler, Servos und Empfänger sind natürlich auch denkbar.
Der Rumpf ist komplett aus CFK hergestellt ist. So müssen die Empfänger-Antennen aus dem Rumpf heraus geführt werden.


Die Gabelköpfe habe ich nach exakter Neutralstellung von Servo und Ruder direkt auf die Schubstange geklebt.

Gute Verbindung
Es blieb noch, die Kabelbäume herzustellen. Dazu bestelle ich mir in der Regel beim Himmlischen etwas zu lange Verlängerungskabel mit 3x 0,14 mm² Kabelquerschnitt. Diese schneide ich passend durch. Das eine Ende mit der Buchse kommt in die Tragfläche, das andere in den Rumpf. Der Sub-D-Stecker im Rumpf ist fest verschraubt. Das Gegenstück in der Tragfläche ist mit zwei 2-mm-Maschinenschrauben in etwas zu großen Löchern schwimmend gelagert. So gibt es keine Passprobleme, auch wenn mal Tragflächen getauscht werden müssten.

Einstellungssache
Die Werte für die Ruderausschläge, wie sie auf der Seite des Herstellers veröffentlicht sind (www.nanmodels.com), passen für den Anfang schon mal sehr gut. Damit hat das Modell keine Unarten. Im Gegenteil, es passt alles auf Anhieb. Beim Seitenruder sollte man so viel Ausschlag einstellen, wie die Aussparung im Höhenruder zulässt. Feinjustierungen muss jeder nach eigenen Vorlieben vornehmen. Auch die (Art der) Differenzierung, ob positiv gleichmäßig oder verschränkt gewölbt wird und weitere Mischmöglichkeiten hängen wesentlich von der persönlichen Gewohnheit, ja sogar vom persönlichen „Dran-Glauben“ ab. Das Höhenruder war mir mit der Werksangabe etwas zu aggressiv. Jedoch beim Landen kann man den vorgegebenen Ausschlag schon mal brauchen. Deshalb habe ich den Ausschlag nur in der Thermikstellung für gefühlvolleres Steuern, um 25% reduziert.
Etwas Probleme hatte ich, eine belastbare Vorgabe für den richtigen Schwerpunkt zu finden. Vielleicht liegt das auch daran, dass manche F3(!)J-Piloten einige Zeit den Schwerpunkt gerne den ein oder anderen Zentimeter hinter(!) den Neutralpunkt legten. Und vielleicht kommt daher auch die Schwerpunktvorgabe seitens NAN von 131 mm. Jedenfalls habe ich für einen gerade noch ruhigen Flug einen Schwerpunkt von 125 mm erflogen. Dazu mussten aber – leider – 25 g Zusatzgewicht neben den Motor gelegt werden. Das Höhenruder stand dann beim Testmodell absolut mittig. Beim Thermikkreisen muss mit etwas Querruder gestützt werden, was ja für einen weiter hinten einzustellenden Schwerpunkt spricht. Bei einer Schwerpunktlage von 131 mm ist das Modell schon spürbar unruhiger und fängt sich im Abfangbogen nicht ab. Wer dies möchte und gewohnt ist, fliegt damit gut. Der Xplorer fordert dann natürlich mehr Aufmerksamkeit und will permanent gesteuert werden. Die Gleitleistung ist noch einmal verbessert.

Guter Start
Sehr positiv bewerte ich, dass man den Rumpf zum Starten unter der Tragfläche packen kann. Das ist bei den wenigsten F5J-lern so. Aber Achtung beim Werfen: Das Höhenleitwerk geht ganz knapp am Kopf vorbei. Es hat mit 80 cm doch ordentlich Spannweite. Wenn man ansonsten V-Leitwerk gewohnt ist, muss man sich hier etwas konzentrieren.

Hoch hinauf
Der Xplorer ist ein Thermikflieger, also geschaffen für das motorlose Steigen unter Ausnutzung der Kräfte, die die Natur zur Verfügung stellt. Dabei ist der Motor nicht das Hilfsmittel, um immer wieder auf Höhe zu kommen. Und zu dieser Aufgabenstellung passt er perfekt. Es reicht oft, mit dem Motor auf 30 bis 50 m Höhe zu steigen. Selbst aus dieser niedrigen Höhe hat man aufgrund des guten Gleitwinkels genügend Zeit, einen Aufwind zu suchen – und zu finden. Nach Übung, Erfahrung und bei entsprechender Wetterlage gelingt es, aus Höhen um 20 m Anschluss zu finden.
Es reizt, den Flieger ganz langsam zu fliegen. Das geht auch sehr extrem, ohne dass er Tendenzen oder Anzeichen zum Abkippen hat. Man merkt es allerding an der dann immer weniger vorhandenen Steuerwirkung.
Dank des geringen Gewichts kann man – selbst in Bodennähe – sehr eng kreisen. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich, als ich vor ein paar Jahren begann, mit Modellen dieser (Preis-)Klasse zu fliegen, mich erst daran gewöhnen musste, so knapp über dem Erdboden zu kreisen. Wenn man dann aber – wie beim Xplorer – spürt, dass das Modell auf die Steuerbefehle spontan und ohne zu überreizen reagiert, gewinnt man über kurze Zeit das nötige Zutrauen.

Mit Ballast
Doch mehr noch. Frischt der Wind auf, kommt man irgendwann mal an den Punkt, wo es nicht mehr vernünftig vorwärts geht. Dann wird ballastiert. Cumulus bietet zwei verschiedene Ballaststangen an, die durch die Haubenöffnung im Rumpf unter die Tragfläche geschoben werden. Sie werden dann einfach mit einer 4-mm-Schraube befestigt. Der Schwerpunkt verschiebt sich dann ein wenig nach vorne, was aber im Flug kaum merklich ist, sich eher positiv auswirkt.
Die leichtere Stange ist aus Aluminium gefertigt wiegt 260 g und ist für 45,- € bei Cumulus zu beziehen. Die Messingstange (75,- €) besteht aus drei Lagen, die über drei Schrauben verbunden sind. So kann man sich je nach den Wetterbedingungen Ballast von 313 g, 522 g oder 733 g wählen. Letzteres sind immerhin rund 45% des Modellgewichtes. Doch keine Sorge, der Xplorer ist stabil genug, dies zu tragen.

Als Zubehör gibt es den passenden Alu-Ballast (oben) und den in drei Gewichtsstufen zu verwendende Messing-Ballast.

Motorleistung?
Viel Motorlaufzeit braucht der Xplorer nicht, aber einen guten Motor hat er schon verdient. Der Schambeck 1025 passt sehr gut zu ihm. In Verbindung mit der Freudenthaler-Luftschraube RFM 16x8,5s zieht er das Modell beim Start sicher aus der Hand und mit etwa 12 m/s auf Höhe.
Sicher gehen auch größere Akkus in den Rumpf, aber ich finde 3s, 1.000 mAh vollkommen ausreichend. Bei etwa 90 g Gewicht liefert der Akku etwa 45 s Steigzeit. Das wären dann rechnerisch 540 m Höhe. Aufgeteilt auf mehrere Steigflüge ist man dann schon eine halbe Stunde im Gleitflug unterwegs. Derweil kann der zweite Akku schon mal mit 1c laden.
Ich hatte auch den neuen SLS Quantum 3s, 800 mAh probiert. Mit seiner höheren C-Rate von 65 passt er sogar noch etwas besser zum Strom von 43 A als der 1.000er Magnum. Jedoch ist der 800er breiter und beim Hinein- und Herausnehmen aus dem Rumpf drückt man jedes Mal auf die Leitwerksanlenkungen. Das kann auf Dauer auch nicht gut sein. 10 g Mehrgewicht für den 1.000er Magnum sind zu verkraften.


Die Bremswirkung der nach unten gefahrenen Wölbklappen ist enorm.

Fazit
Wer sich das resultierende Loch im Geldbeutel leisten will und Freude am wirklichen Thermikfliegen – auch aus niedrigsten Ausgangshöhen – hat, dem kann ich den Xplorer nur empfehlen. Er ist ein präzise gefertigter E-Segler mit wenig Bauaufwand. Steuerkommandos setzt er willig um, Thermikkreise könne sehr eng geflogen werden. Die Steigleistung ist selbst bei schwachen Bedingungen hervorragend. Im Landeanflug kann der Xplorer zum Beispiel mit 50% gesetzten Bremsklappen sehr langsam gemacht werden, um ihn dann mit vollem Ausschlag, noch in der Luft, fast zum Stehen zu bringen. Am Hang würde ich ihn nur bei schwachen Bedingungen und sehr guten Landeplätzen einsetzen.
Und beinahe hätte ich es vergessen: Der Xplorer ist auch eines der im F5J-Wettbewerb am meisten eingesetzten Modelle. Viele Platzierungen auf den Top-Plätzen beweisen auch hier seine Konkurrenzfähigkeit. Also: Nur der Pilot ist der limitierende Faktor.

Fünf Fragen an Cumulus-Inhaber Rudi Nahm


Seit vergangenem Jahr führst du die Firma Cumulus alleine. Was hat sich geändert?
Rein rechtlich gesehen ist es eine komplett neue Firma, nur der selbe Name wurde gewählt. Für den Kunden hat sich aber rein gar nichts geändert. Es sind das gleiche Angebot und der selbe Ansprechpartner wie zuvor.

Vertreibst du ausschließlich Modelle der Firma NAN? Und Zubehör?
Ich vertreibe ausschließlich die Modelle der Firma NAN. Beim Zubehör arbeite ich eng zusammen mit Florian Schambeck, Firma klapptriebwerk.de für die Antriebe, Martin Schempp, Firma maho-aero.de für die maßgeschneiderten Flächenschutztaschen und Stefan Bastian, Firma bastian-modellbauservice.de für den Bauservice.

Wie beschreibst du deinen Kundenkreis? Wer findet bei dir das richtige Modell?
Das sind thermikinteressierte Modellpiloten, die Hochleistungsmodelle suchen. Zusätzlich bediene ich die Wettbewerbspiloten mit den immer aktuellen Modellen für F3J und F5J.

Welche Beratung vor dem Kauf, bzw. Service nach dem Kauf gibt es?
Ich suche immer den persönlichen Kontakt zum Kunden. Ich möchte, dass sich der Kunde nie allein gelassen fühlt, berate vor und nach dem Kauf per E-Mail und Telefon. Ich stelle den Kunden auch gerne Kontakte zu Modellfliegern her, die meine Modelle bereits erfolgreich im Einsatz haben.

Was sind deine Pläne, bzw. Ziele für die nahe Zukunft?
Durch die Beschränkung auf wenige Varianten und Farben sind Modelle oft ab Lager München lieferbar. Durch noch erweiterte Lagerhaltung möchte ich die Ersatzteilversorgung weiter verbessern. Die Lieferzeit bei Sonderbestellungen beträgt etwa acht bis zehn Monate.

Modellname                          Xplorer 2 F5J
Verwendungszweck               E-Segler für Thermik und F5J-Wettbewerb
Modelltyp                               Elektro-Thermiksegler, ARF
Hersteller / Vertrieb               NAN Models
Bezug und Info                       Cumulus, www.cumulusmodellbau.de
UVP                                        ab 1.395,- €
Lieferumfang                          Voll-CFK/GFK-Modell
Erforderl. Zubehör                  Motor, Regler, Propeller, Mittelteil, Spinner,
                                                   6 Servos, Empfänger, Flugakku
Bau- u. Betriebsanleitung       keine

Aufbau                                   
Rumpf                                    CFK
Tragfläche                              CFK
Leitwerk                                 CFK
Motoreinbau                           an Kopfspant
Einbau Flugakku                     unter Haube im Rumpf

Technische Daten
Spannweite                            3.830 mm
Länge                                     1.637 mm
Spannweite HLW                       800 mm
Flächentiefe an der Wurzel        268 mm
Flächentiefe am Randbogen  ca. 130 mm
Tragflächeninhalt                   81,5 dm²
Flächenbelastung                   19,2 g/dm²
Tragflächenprofil Wurzel        NAN
Tragflächenprofil Rand          NAN
Profil des HLW                       k.A.
Gewicht / Herstellerangabe    880 g leer
Gewicht Testmodell o. Akku  1.470 g
mit 3s 1.000-mAh-LiPo          1.566 g

Antrieb im Testmodell verwendet
Motor                                      Schambeck Powerline 1025
Regler                                     YGE 60 V5 7,4 V
Propeller                                 16x8,5s RFM
Akku                                       3s 1.000 mAh SLS APL Magnum V2

RC-Funktionen und Komponenten
Höhe                                       1x MKS HV6110
Seitenruder                             1x MKS HV6110
Querruder                               2x MKS HV6110
Flaps                                       2x Futaba S3150
verwendete Mischer              Wölbklappen, Flap --> Höhe, Snapflap,
                                               Butterfly, Bremse --> Höhe
Empfänger                             Jeti REX7
Empf.-Akku                            entfällt
Vario und Logger                   Altis 4+

Gewichte Xplorer (in g)
  Modell roh Servos
und Ausbau
gesamt
Rumpf 186 49 235
SLW     27
HLW     45
Fläche Mitte 401 96 497
Fläche rechts 191 24 215
Fläche links 196 23 219
Schrauben     6
Verbinder     24
Summe Modell 1.076 202 1.268
Motor     101
Mitnehmer/Spinner/LS     25
Regler     29
Akku     97
Summe Antrieb     252
Trimmblei     25
Empfänger     13
Logger     8
Fluggewicht     1.566

Neuer Rumpf
Nach Abschluss unserer Testes überraschte die Firma NAN mit einem neuen, verbesserten Rumpfkonzept für den Xplorer F5J. Der Leitwerksträger ist gegenüber dem Rumpfvorderteil mehr geknickt. Nachteilig ist, dass die Seitenleitwerke der Vorgängerversion nicht mehr kompatibel sind. Es gibt zwei augenfällige Unterschiede. Zum einen ist das vordere Rumpfteil bei Lieferung getrennt. Durch entsprechendes Kürzen kann man den Schwerpunkt je nach verwendetem Motor ohne Zugabe von Trimmgewichten einstellen. Zum zweiten sind Servos und Empfänger nun auf einem Brett unter der Tragfläche positioniert.  So geht es unter dem Rumpfdeckel nicht mehr so eng zum Platzieren und Hantieren mit dem Akku zu. Tragflächen und Höhenleitwerke von Vorgänger-Versionen passen auch an den neuen Rumpf.